Wiegendrucke der Universitätsbibliothek

Die Wiegendrucke aus Italien, Frankreich und der französischsprachigen Schweiz

Authors

Pierre L. van der Haegen

about this Publication

Nachdem Pierre Van der Haegen 1983 in Basler Wiegendrucke. Verzeichnis der in Basel gedruckten Inkunabeln mit ausführlicher Beschreibung der in der Universitätsbibliothek Basel vorhandenen Exemplare sämtliche in Basel gedruckten Inkunabeln nachgewiesen hatte, begann er, auch die restlichen in der Universitätsbibliothek Basel verwahrten Inkunabeln zu besprechen. Der vorliegende vierte Band schliesst die Reihe ab. Er enthält die Drucke der Universitätsbibliothek Basel, die ausserhalb des deutsch-germanischen Sprachraums entstanden sind, also in Italien, Frankreich und der französischsprachigen Schweiz gedruckten Inkunabeln.

Das grösste Kontingent der beschriebenen Wiegendrucke stammt mit 400 Titeln aus den Werkstätten von Venedig, mit denen die Basler Drucker, insbesondere Johann Amerbach, in engem geschäftlichen Kontakt standen. Amerbach wird in seiner Basler Frühzeit häufig „Hans der Venezianer“ genannt, da er vor seinem Zuzug nach Basel längere Zeit in einer der vielen Buchdruckereien Venedigs gearbeitet hat. Diese enge Beziehung hielt er später durch Tausch- oder Zukauf italienischer Werke, speziell aus den Offizinen Venedigs, lebendig. Aus der französischen Schweiz besitzt die Universitätsbibliothek nur wenige Exemplare aus Genf und Rougemont, während das beachtliche Kontingent von Inkunabeln französischer Provenienz von den Drucken aus Paris und Lyon dominiert wird. Quantitativ überwiegen die Inkunabeln aus Lyon, qualitativ stechen die Pariser Drucke hervor. Aus Paris nämlich, wo sich Johann Heynlin von Stein um die Förderung der Buchdruckerkunst initiativ bemühte, stammen aus der Offizin U. Gering, M. Drantz und M. Friburger eine Reihe der ältesten und prächtig ausgeschmückten Inkunabeln, die aus dem Besitz von Heynlin letztlich in den Bestand der Universitätsbibliothek Basel übergegangen sind. Ebenfalls aus dem Besitz Heynlins stammen weitere Wiegendrucke der Frühzeit um 1470, die sich Johann Heynlin aus Rom bei U. Han resp. Sweynheym und Pannartz beschaffte.

Alle Inkunabeln sind analog der ersten drei Bände kurz und präzise beschrieben. Im Titelblick wird auf die bibliographischen Referenzen der wichtigsten Inkunabelkataloge hingewiesen. Der Autor hat nicht nur die Kollation und Vollständigkeit sowie die wichtigsten Besitzer- und Kaufvermerke akribisch erfasst, sondern auch den Zustand und die künstlerische Ausstattung sowie viele Einbände detaillierter beschrieben, um eine eindeutige Identifikation der Basler Exemplare zu ermöglichen.

 

Herausgeber, Band 7

Ueli Dill, Martin Steinmann

Author Biography

Pierre L. van der Haegen

Pierre L. Van der Haegen (1932–2012), Manager, Bibliophiler und Inkunabelkundler, studierte nach Schulen in Zürich, Basel und Beyrouth Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel, die er 1956 mit dem Dr. rer. pol. abschloss. Nach kurzer Praxis in der Versicherungswirtschaft wechselte er 1960 in die Industrie, wo er in der Akkumulatorenbranche während über 20 Jahren verschiedene führende Positionen innehatte. 1983–1990 Geschäftsführer der Basler Handelskammer, dann Wechsel zur PAX Schweiz. Lebensversicherungsgesellschaft, die er bis 1995 als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates leitete und bis 2001 präsidierte.

Seit früher Jugend den Büchern verbunden, begann P. Van der Haegen bereits als Student Basler Frühdrucke zu sammeln. Durch diese Sammeltätigkeit, seine jahrelange Beschäftigung mit Inkunabeln und mit Basel als frühem Druckort sowie dank seiner permanenten Weiterbildung auf dem Fachgebiet seines Steckenpferdes entwickelte er sich zum Spezialisten für Basler Wiegendrucke. Neben den Katalogen zu den Wiegendrucken der Universitätsbibliothek Basel erschien von Van der Haegen bei Schwabe 2001 Der frühe Basler Buchdruck. Ökonomische, sozio-politische und informationssystematische Standortfaktoren und Rahmenbedingungen.

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Published

May 7, 2026