Basel gehört zu den frühesten und wichtigsten Druckerstädten des 15. Jahrhunderts. Kurz vor 1470 führte dort Berthold Ruppel, ein ehemaliger Geselle Gutenbergs, die Schwarze Kunst ein. Die Frage, warum sich der Buchdruck in Basel so früh etablieren und zu einem Exportgewerbe europäischer Geltung entwickeln konnte, hat P. Van der Haegen viele Jahre beschäftigt. Dem Sammler und Bibliophilen lagen vor allem Inhalt, Typographie und Gestaltung der Basler Frühdrucke am Herzen; den Ökonomen und Manager aber interessierten die historischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe Basels als bedeutender Druckmetropole im späten Mittelalter. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis dieser wirtschaftlichen, sozio-politischen und informationssystematischen Untersuchungen. Van der Haegen zeigt nicht nur, welche rational-objektiven Standortfaktoren die Ansiedlung von Druckern begünstigten, sondern beurteilt auch die Bedeutung subjektiv-zufälliger Kriterien. Als ökonomische Standortfaktoren werden das Absatz-, das Finanzierungs-, das Transport- und das Verteilpotential, aber auch die Bedeutung der vorgelagerten Produktion berücksichtigt. In sozio-politischer Hinsicht werden die Vor- und Nachteile von Basel als Zunft-, als Bischofs- und als Universitätsstadt gewürdigt. Dabei wird deutlich, dass Basel zwar nicht in jedem Punkt optimale Voraussetzungen bot, dass sein Aufstieg zu einer der bedeutendsten Druckerstädte aber keineswegs von ungefähr kam. Ein längerer Exkurs gilt dem Problem, wann das erste Buch in Basel gedruckt wurde.