Grenzort mit Zugängen

Claudius Sieber-Lehmann, Peter-Andrew Schwarz

In: Eine Bischofsstadt zwischen Oberrhein und Jura. 800 – 1273 | S. 88-121 | DOI: 10.21255/sgb-02.03-202164 | Lizenz: CC BY-NC 4.0

Der Basler Bischof Haito (reg. 805−823) hatte sich im Netzwerk der karolingischen Führungsschicht bewegt und auch einen ersten Münsterbau ermöglicht. Nun folgten tiefgreifende Umbrüche. Nach dem Tod Karls des Grossen wurde sein Erbe aufgeteilt; die einzelnen Reiche sahen sich zunehmend mit äusseren Bedrohungen konfrontiert. Die Ablösung der karolingischen Dynastie im 10. Jahrhundert ermöglichte dann das Nachrücken neuer Adelsfamilien. Im Reich übernahmen die Liudolfinger − später Ottonen genannt − die Herrschaft. Wurde das Jahr 1000 von den damaligen Menschen als Weltende oder als Beginn eines neuen Zeitalters gesehen? Die runde Jahreszahl bedeutet für die Geschichte Basels jedenfalls einen Neuanfang. Äussere Zeichen waren der Neubau des Münsters und die Entwicklung einer Siedlung am Fuss des Münsterhügels bei der Birsigmündung. Auf längere Sicht veränderte sich auch die räumliche Neuorientierung der Stadt. Zuvor lag sie am Rande des Königreichs Hochburgund, das sich von Besançon bis ins Wallis erstreckte und Gebiete in der heutigen Westschweiz umfasste. Nun verstärkten sich die Beziehungen zum Reich, und die Bischofsstadt wurde zur Drehscheibe verschiedener politischer und kultureller Einflüsse.

Um 1000: Bischof Adalbero II.

Die Bedrohung durch die ungarischen Reiterschwärme verschwindet in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts und die Entwicklung des Bistums Basel wider-spiegelt die neu gewonnene Stabilität der Verhältnisse.1 Bischof Adalbero II. (reg. 999–1025), von dem wir weder die Herkunft noch das genaue Datum seiner Wahl kennen, leitet einen Aufschwung ein, der sich unter seinen Nachfolgern fortsetzt. Gleichzeitig gewinnt die Situation Basels als Drehscheibe zwischen Oberrhein und dem Jura an Gewicht. Das Kloster Moutier-Grandval, die Teilhabe am Königreich Burgund und die Angliederung an das Reich binden Basel in grössere Räume ein. Neue Herrschaftszeichen belegen die Eingliederung in diese Machtzentren. Adalbero prägt die ersten bischöflichen Basler Münzen, und von ihm stammt das erste erhaltene Bischofssiegel.2

Kaiser Heinrich II., Burgund und Reich

1002 stirbt Kaiser Otto III. im Alter von nur 22 Jahren und ohne direkte Nachkommen. Im Streit um seine Nachfolge setzt sich der gebildete Heinrich II. (reg. 1002–1024) durch, der ursprünglich für ein geistliches Amt vorgesehen war.3 Um seinen Herrschaftsanspruch zu festigen, benützt das neue Reichsoberhaupt repräsentative Symbole. Er sichert sich die Heilige Lanze, mit der angeblich Christus am Kreuz durchbohrt wurde. Biblische und historische Personen wie Moses und Karl der Grosse werden als seine Vorgänger inszeniert. Seine wichtigsten Mitarbeiter sind die Bischöfe. Auch Adalbero II. stellt sich zusammen mit dem Bischof von Strassburg von Anfang an auf die Seite Heinrichs II., der seine Wahl gefördert hatte.4 Heinrich regiert entschieden, unbeugsam und mit rastlosem Eifer; seine Frau Kunigunde ist an der Herrschaft beteiligt. Ihre Ehe bleibt kinderlos.

Um 1000 gilt Basel als Teil des Königreichs Burgund, das nicht mit dem heutigen Burgund zu verwechseln ist.5 Der kinderlose König Rudolf III. von Burgund setzt das Reichsoberhaupt Heinrich II. als seinen Nachfolger ein. Dieser soll im Jahr 1006 deshalb nach Basel gekommen sein und die Stadt dem Reich angegliedert haben. Heinrich II. will seine Stellung im Südwesten des Reiches stärken. Er beschenkt das Basler Bistum mit Rechten an Dörfern und mit Wildbännen im Elsass und im Breisgau.6 Adalbero lässt seinerseits eine neue Kathedrale auf dem Münsterhügel errichten, die von Heinrich II. prachtvoll ausgestattet wird; vermutlich ist er 1019 sogar an der Weihe anwesend.7 Nun erweitert die Bischofsstadt Basel ihren Einzugsbereich.8 Die anfangs noch unsichere Verbindung von Burgund und Reich ist 1034 abgeschlossen.9 Basel hat nun seinen Platz eingenommen, wie der Hofkaplan Wipo schreibt: «Basel liegt in einem Grenzgebiet mit drei Zugängen, nämlich Burgund, Alamannien und Franzien; die Stadt selber gehört zu Burgund.»10 Bis ins 12. Jahrhundert wird Basel in kultureller Hinsicht mit Burgund verbunden bleiben.11

Das frühromanische Münster und der Münsterhügel im 11. Jahrhundert

Frühestens im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts, spätestens aber mit dem Beginn der Amtszeit Bischof Adalberos II. um 999 wurde ein Neubau des Münsters in Angriff genommen. Die 14C-Daten aus zwei Bestattungen bieten einen terminus post quem für den Bau des frühromanischen Münsters und damit einen groben Anhaltspunkt für das Bestehen der älteren karolingischen Anlage bis über die Mitte des 10. Jahrhunderts.12 Frühestens um 960 dürfte der Mörtelboden des nachfolgenden frühromanischen Baus, der den Abbruch des karolingischen Münsters voraussetzt, eingebracht worden sein. Wahrscheinlich ist aber, dass eine umfassende Erneuerung des Münsters unter Bischof Adalbero II. geschah, die in die feierliche Weihe am 11. Oktober 1019 vermutlich im Beisein Kaiser Heinrichs II. mündete.13 Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts berichtet der Münsterkaplan Nicolaus Gerung – genannt Blauenstein – von der Weihe durch den Basler Bischof Adalbero II.14 Adalbero soll dabei von seinen Amtsbrüdern aus Lausanne, Genf, Strassburg, Konstanz, Trier und Havelberg assistiert worden sein. Trotz der späten Überlieferung gilt Blauensteins Weihebericht als zuverlässig.15 Das Weihedatum markierte nicht zwingend den Abschluss eines umfassenden Neubaus. Auch der archäologische Befund weist auf einen in mehreren Etappen entstandenen Bau hin. Die genaue Datierung der mindestens drei Erneuerungs-, Erweiterungs- und Neubauphasen fällt schwer, sodass nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, ob man einen allmählichen, über mehrere Jahrzehnte stattfindenden Prozess oder in kurzer Abfolge ausgeführte Bauetappen vor sich hat. Die Schenkung mehrerer Silberbergwerke im Breisgau an die Basler Kirche durch Kaiser Konrad II. im Jahr 1028 könnte dafür sprechen, dass sich die Vollendung der sancte Basiliensis ecclesie venerabilis episcopi nach der Weihe bis über die Mitte des 12. Jahrhunderts hinausgezogen hat.16 Vermutlich haben die Arbeiten im Westen mit der Niederlegung der karolingischen Türme und des Langhauses begonnen. Der frühromanische Neubau wurde in einer ersten Phase auf den aussergewöhnlich breiten Fundamenten des karolingischen Vorgängers erstellt; offenbar wurden diese als ausreichend standfest beurteilt. Es führte aber auch dazu, dass die Breite des Hauptschiffs und der Nebenschiffe übernommen wurde. Erst in einem zweiten Schritt erfolgten mit dem Ausgreifen nach Osten der Bau der Ostkrypta sowie der Krypta unter der heutigen Vierung und den zwei Chorflankentürmen. Mit der Ausdehnung von rund hundert Quadratmetern gehören die Basler Krypten zu einer der grösseren Anlagen nördlich der Alpen. Die Ostkrypta ist in ihrer Grundsubstanz erhalten, während die Vierungskrypta im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde. Sie ist heute als archäologische Informationsstelle wieder zugänglich und zeigt als einziger Ort Baureste aus allen Bauphasen des Basler Münsters. Als vorerst letzte Massnahme wurde im Langhaus, in den Krypten sowie auf dem Hochchor ein Mörtelboden eingebracht. Die Westfassade blieb zunächst turmlos, eine klare Baufuge zwischen Westabschluss und nachfolgendem Turmanbau belegt dies. Die Architektur des frühromanischen Münsters orientiert sich an einer ebenfalls um das Jahr 1000 errichteten Kirchengruppe, unter anderem in Lausanne und Ivrea (Norditalien).17

Eine der letzten überlieferten Baumassnahmen am Heinrichsmünster ist mit dem Überrest eines in den Mörtelboden eingelassenen Schmuckfussbodens aus inkrustiertem Gipsestrich bis heute erhalten. Es zeigt eine mit schwarzer und roter Paste gefasste Ritzzeichnung eines Drachen und datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Da der restliche Mörtelboden im Langhaus Brandspuren aufzeigt, der Gipsestrich jedoch nicht, könnte er zu einer Reparaturphase nach einem Brandereignis, vielleicht sogar des Brandes von 1185 gehören.

Auf dem Münsterplatz sind für die Jahrtausendwende zumindest zwei weitere Sakralbauten anzunehmen. Am nördlichen Ende des Münsterhügels diente die Kirche St. Martin als älteste Pfarrkirche der Stadt. Am Nordende des Münsterplatzes wurde vielleicht in dieser Zeit die St. Johanneskirche errichtet, eine Anlage, die zumindest zeitweise das Bestattungsrecht innehatte. Die im Kern (früh?)romanische Anlage aus dem 11. Jahrhundert orientiert sich am ottonischen Münstergrundriss, indem sie die Masse des Langhauses übernimmt und damit einen beeindruckenden, am Ostende dreigeteilten Saal von 34,5 Metern Länge und 12,4 Metern Breite bildet.18 Säle von dieser Grösse sind in mehreren Bischofssitzen in ähnlicher Art festzustellen und konnten für verschiedene Zwecke verwendet werden: Als zwischenzeitlich genutzte Kirche, auf die während Bauarbeiten am Münster ausgewichen werden konnte? Oder als Ort für die im 11. Jahrhundert stattfindenden Synoden, Hoftage und Reichsversammlungen? Die Anlage selbst steht am Rande des Dombezirks und liegt analog zum Münsterbau auf der antiken Strasse. Es entstand ein einfaches, aber bestechendes Platzkonzept, dessen Grundstein bereits mit dem karolingischen Münster gelegt wurde: Der Platz wirkte abgeschlossen und war nicht mehr direkt einsehbar. Näherte man sich von Norden her, stiess man an die Nordseite der St. Johanneskirche, von Süden an die Münstersüdseite. Die beiden westlichen Platzzugänge waren ebenfalls keine gerade verlaufenden Strassen; erst im letzten Moment öffnete sich der Platz dem Betrachter. Von dieser Seite erblickte man entweder die Münsterfront oder die Front der St. Johanneskirche. Erweitert wurde das Konzept spätestens im 13. Jahrhundert durch die St. Ulrichskirche, die südlich des Münsters den Kapellenkranz auf der Grenze des Dombezirks komplettierte.

Ausserhalb des Kleinen Münsterplatzes bildeten sich auf dem Grossen Münsterplatz ein Bestattungsareal oder vielleicht auch mehrere verschiedene Bestattungsareale heraus: Einerseits erstreckte sich im Süden des Platzes vor der Münsterfront über die gesamte Platzbreite ein nicht sehr dicht belegtes Feld, andererseits am Nordende des grossen Münsterplatzes, vor der St. Johanneskirche, ein gleiches Feld über die gesamte Platzbreite. Die wenigen 14C-Daten weisen die Bestattungen in ein grosses Zeitfenster vom 7. bis 13. Jahrhundert.19 Die Entwicklung dieser Bestattungsareale und ihre Zugehörigkeit sind nicht abschliessend geklärt.

Geschenke für die Ewigkeit: Heinrichskreuz und Goldene Altartafel

Das Heinrichskreuz galt im Mittelalter als das bedeutendste heilige Objekt des Basler Münsterschatzes. Denn das mit Gold, Silberperlen, 24 Steinen – darunter fünf antike Gemmen – ausgezeichnete Kreuz enthielt besonders kostbare und hoch verehrte Reliquien: Die Reliquien des Heiligen Blutes waren hier eingeschlossen, wie aus den Quellen des 15. und frühen 16. Jahrhunderts hervorgeht.21 Am vertikalen Kreuzarm sind unter den runden, geschliffenen Bergkristallen die Partikel vom Heiligen Kreuz Christi kunstvoll eingefasst. Damit verbindet das Kreuz zwei höchstrangige ‹Herrenreliquien›, die unmittelbar mit dem Tod Christi am Kreuz als Leiden für die Menschheit verbunden waren. Am horizontalen Kreuzbalken befinden sich – ebenfalls durch die Bergkristalle vergrössert sichtbar – Teile der Reliquien des 1146 heiliggesprochenen Kaisers Heinrich II., die 1347 aus Bamberg nach Basel gelangt waren und die durch spätmittelalterliche Beglaubigungen auf Pergamentstreifen bezeichnet sind. Im Zentrum des Kreuzes ist ein antiker Steinschnitt aus Chalzedon in Gestalt eines Kopfes – wohl der Siegesgöttin Viktoria – eingelassen. Er stammt wahrscheinlich von einer römischen ‹Phalera›, dem Ehrenzeichen eines Offiziers höheren Grades. Im Zusammenhang mit den Herrenreliquien des Kreuzes wurde die kaiserzeitliche Gemme offenbar als Christussymbol umgedeutet.22 Die Rückseite des Kreuzes schmückt eine fast rundplastisch getriebene Darstellung des Gekreuzigten. Vermutlich schuf sie der Basler Goldschmied Heinrich Schwitzer, der 1437/38 für die Wiederherstellung eines Kreuzes und der Altargeräte bezahlt wurde.23 Denn das Kreuz erfuhr bereits im 14. und 15. Jahrhundert einschneidende Erneuerungen, vor allem an der Rückseite und an den Zargen, wie es charakteristisch für mittelalterliche Goldschmiedwerke ist. So gehören die an den rückseitigen Enden der Kreuzarme neben den Evangelistensymbolen angeordneten Beschläge mit getriebenem Blattwerk zu einer ersten umfangreichen Erneuerung, die möglicherweise mit der Hinzufügung der Heinrichsreliquien nach 1347 oder einer allfälligen Beschädigung des Kreuzes während des Erdbebens von 1356 in Zusammenhang stehen könnte.24 Aus der Zeit Heinrichs II. oder zumindest aus dem 11. Jahrhundert stammen lediglich noch Teile der drei oberen Kreuzarme, die freilich «zu den handwerklich markantesten und künstlerisch eindrucksvollsten ornamentalen Goldschmiedearbeiten» dieser Zeit gehören.25 Bis heute enthält das Reliquienkreuz nicht nur die von Heinrich II. nach Basel gestifteten Partikel vom Heiligen Kreuz, sondern auch Reliquien des in der Rheinstadt hoch verehrten heiliggesprochenen Kaisers selbst. Seinem seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlichen Namen wird das Heinrichskreuz somit gleich zweifach gerecht.26

Die erste Erwähnung dieses Heinrichskreuzes findet sich im Breviarium des Fürstbischofs Friedrich zu Rhein (reg. 1437–1451) aus dem Jahre 1438/39, wo es als Geschenk von Kaiser Heinrich II. anlässlich der Weihe des Basler Münsters 1019 bezeichnet wird.27 Zusammen mit der Basler Altartafel ist es das einzige Objekt dieser Schenkung, das sich erhalten hat. An den hohen Kirchenfesten, wie beispielsweise am Karfreitag, stand das in den Münsterinventaren als «crux bona et preciosa» oder «crux festivale» bezeichnete Reliquienkreuz prominent auf dem Hochaltar.28 Wie aus dem 1517 verfassten Zeremonienbuch des Domkaplans Hieronymus Brilinger (1469 − nach 1535) hervorgeht, spielte das Kreuz bei den Prozessionen über den Münsterplatz eine zentrale Rolle.29 Bei Besuchen ranghoher kirchlicher und weltlicher Würdenträger während des Basler Konzils (1431−1448) wurde der Gast am Stadttor mit dem Heinrichskreuz begrüsst, das er dann küsste.30 Es ist ein Glücksfall, dass sich zum Heinrichskreuz nicht nur der Kreuzfuss aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts erhalten hat, auf dem es auf dem Altar aufgestellt wurde, sondern auch der Vortragestab, auf den man das Kreuz aufstecken und bei Prozessionen und anderen feierlichen Anlässen mitführen konnte.31

Wie aus dem Münsterfabrikbuch von 1496 hervorgeht, wurde das kostbare Kreuz an jedem Montag und Freitag vor dem 1381 erbauten Lettner, wo die Spenden für den Münsterbau gesammelt wurden, all jenen frommen Stifter:innen präsentiert, denen gegen die Spende eines Geldbetrags ein 40-tägiger Ablass von Sündenstrafen gewährt worden war.32 Das Kreuz erhielt im 15. Jahrhundert durch zwei weitere Reliquien des Heiligen Blutes eine Aufwertung: Zwei gläserne Ampullen, die 1149 durch Bischof Ortlieb von Frohburg (reg. 1137–1164) von Beirut nach Basel gebracht worden sein sollen, hingen nun an den Querarmen des Heinrichskreuzes.33 Dies steigerte das Heilsversprechen, und die Spender wurden zum Dank mit dem Heinrichskreuz gesegnet.34

Zum hohen religiösen Stellenwert des Kreuzes trat im Spätmittelalter eine politische Bedeutung. Bei der spätestens seit 1374 bis 1521 jährlich stattfindenden Zeremonie des Basler Rats wurde vor diesem Reliquienkreuz der Amtseid der neu gewählten Ratshäupter gegenüber dem Bischof als Stadtherrn geleistet.35 Am Sonntag vor dem Johannisfest zogen Volk und Räte zum Münster, wo sie der Bischof auf seinem an der äusseren Nordwand der Kirche stehenden Thron empfing.

Die Ratshäupter legten ihren Amtseid auf das Heinrichskreuz ab, das in feierlicher Prozession herbeigetragen und auf ein seidenes Kissen gelegt worden war.36 Das Kreuz stand somit auch für eine legitime Stadtregierung. Bei einem derart häufigen ‹Gebrauch› verwundert es nicht, dass rund 450 Jahre nach der Entstehung des kostbaren Kreuzes zur Schonung des Originals ein Ersatz geschaffen wurde: das 1450 entstandene sogenannte Sonntagskreuz.37

Zu den kostbarsten Ausstattungsstücken einer Kirche zählten Antependien (lat. ante = vor und pendere = hängen) aus Edelmetall, die die Vorderseite des Altars schmückten. Sie hoben an hohen Festtagen den Ort der Eucharistiefeier hervor und bildeten eine prachtvolle Hülle für den Altar mit den darin enthaltenen Reliquien.38 Das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde schenkte mehreren Kirchen ihres Herrschaftsgebiets Altartafeln: Bamberg, Trier, Verdun, Merseburg, Kaufungen, Mouzon sowie vermutlich Aachen und eben Basel.39 Doch hat sich von diesen Tafeln einzig das Exemplar aus dem Basler Münsterschatz vollständig und fast unverändert erhalten.40 Die Goldene Altartafel ist aufgrund ihres Seltenheitswerts, der qualitätvollen Ausführung in kostbarsten Materialien, der Beschaffenheit, Grösse und des guten Erhaltungszustandes von herausragender Bedeutung und erfreut sich heute als Kunstwerk internationaler Wertschätzung.41

Mit der Förderung der Bischofsstadt Basel als Tor zum Königreich Burgund konnte Heinrich II. seine territoriale Macht festigen. Dem als zuverlässig geltenden, vor 1476 niedergeschriebenen Weihebericht in der Basler Bischofschronik Blauensteins zufolge soll der Kaiser persönlich an der Weihe des Münsters am 11. Oktober 1019 teilgenommen haben (vgl. S. 92). Die Altartafel wird als Geschenk Heinrichs erstmals in den um 1416 verfassten Grossen Basler Annalen erwähnt: «Keisser Heinrich begabet das munster mit einner guldin taffelen und sylberin kronen».42 Neben dem Heinrichskreuz ist von einigen nicht erhaltenen Objekten die Rede: einem Leuchter, einem Weihrauchfass, einem Messgewand und anderen Kostbarkeiten.43 Ob das Antependium ursprünglich für Basel bestimmt war, ist umstritten, da das Figurenprogramm nicht zum Hochaltar-Patrozinium des Basler Münsters passt.44 Die Darstellung der zentralen Christusfigur mit den drei Erzengeln sowie dem Ordensgründer Benedikt deutet vielmehr darauf hin, dass der Altarschmuck ursprünglich für die 1015 auf Initiative Heinrichs II. gegründete Benediktinerabtei Michaelsberg in Bamberg bestimmt war. Und es spricht manches dafür, dass der Kaiser das prachtvolle Werk anlässlich der Weihe des Münsters vier Jahre später – möglicherweise als «angemessenes Verlegenheitsgeschenk»45 – nach Basel schenkte. Solche Umwidmungen waren in der Stiftungspraxis Heinrichs II. keineswegs ungewöhnlich.46

Der Entstehungsort der Goldenen Altartafel lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen – so wurden beispielsweise die Reichenau, Regensburg, Fulda, Trier und Lothringen in Erwägung gezogen. Es ist gut denkbar, dass dieses Meisterwerk ottonischer Goldschmiedekunst in Heinrichs Lieblingsstadt Bamberg geschaffen wurde.47 Im Zentrum des Bildprogramms erscheint Christus in Frontalansicht. Die lateinische Inschrift auf dem Bogen bezeichnet ihn als «König der Könige und Herr der Herrschenden». Er hat seine Rechte zum Segensgestus erhoben und hält in seiner Linken eine goldene Kugel mit dem Christusmonogramm XP zwischen Alpha und Omega, die für Anfang und Ende der Welt stehen. Dieser Globus spiegelt den Kosmos sowie die allumfassende Herrschergewalt Christi wider. Zugleich könnte er sich auf das weltliche Herrschaftszeichen der Kaiser, den Reichsapfel (lat. globus cruciger) beziehen, wobei das dort übliche Kreuz durch das Christusmonogramm vertreten wird.48 Der Heiland ist zudem mit einem Kreuznimbus ausgezeichnet, der neben Edelsteinen auch Perlen und antike Gemmen aufweist. Zu Füssen Christi knien Kaiser Heinrich II. und Kunigunde in demütiger Haltung und erbitten dessen Gnade für ihr Seelenheil.49 Die Kronen sowie Kunigundes Ohrringe und Scheibenfibel zeugen von ihrem gehobenen Stand.50 Als Vermittler zu Gott erscheinen die Erzengel, von denen der ranghöchste, Michael, den Ehrenplatz zur Rechten Christi einnimmt. Der Globus mit dem Siegeszeichen des Kreuzes und die Lanze in seinen Händen kennzeichnen ihn als Anführer der Heerscharen. Rechts neben dem Heiland stehen die Erzengel Gabriel und Raphael mit Stabzeptern, während ganz links Benedikt von Nursia durch Tonsur, Mönchsgewand, Krummstab sowie das Regelbuch als Gründer des Benediktinerordens zu erkennen ist. Hier zeigt sich die Verehrung des Heiligen durch Heinrich II., der Benedikt besonderes Interesse entgegenbrachte.51

In direktem Zusammenhang mit dem Bildprogramm steht die Inschrift, die sich in rot emaillierten Grossbuchstaben auf je 12 vergoldeten Kupferplatten über Fries- und Sockelleiste zieht: QVIS SICVT HEL FORTIS MEDICVS SOTER BENEDICTVS / PROSPICE TERRIGENAS CLEMENS MEDIATOR VSIAS. Die Inschrift lässt sich folgendermassen übersetzen: «Wer [ist] wie Gott der Starke, der Arzt, der Retter, der Gesegnete? / Schaue mild auf die erdgeborenen Wesen, Mittler!»52 Aus verstechnischen Gründen ist anzunehmen, dass die Metallplatten mit den Wörtern FORTIS und MEDICVS vertauscht worden sind.53 Die erste Zeile bezieht sich direkt auf die Dargestellten: QVIS SICVT HEL auf den Erzengel Michael, da sein Name aus dem Hebräischen übersetzt ‹Wer ist wie Gott› bedeutet; FORTIS auf Gabriel als Kraft Gottes und MEDICVS auf Raphael als Arzt Gottes. Die Bezeichnung ‹Gott als Arzt› zielt auf das Heilshandeln Christi ab.54 Das griechische SOTER weist auf Christus als den Retter, und mit BENEDICTVS ist zugleich der heilige Mönchsvater angesprochen.55 Die Verwendung von griechischen und hebräischen Wörtern (VSIAS und SOTER, HEL) in der lateinischen Inschrift führt den grenzüberschreitenden Bildungs- und Machtanspruch des Auftraggebers vor Augen.56

Die im oberen Bereich der Tafel erscheinenden Medaillons mit den Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Mässigung und Stärke beziehen sich als Herrschertugenden auf den Auftraggeber. Sie sind in ähnlicher Form auf anderen Stiftungen Heinrichs II. zu sehen.57 Auch für das Material lassen sich Bezüge herstellen: Der seltene Schmuckbesatz mit Silberperlen in den Nimben der Engel findet sich ebenfalls bei dem Berliner Heinrichskreuz wieder.58 Im Ganzen lässt sich das Programm als Veranschaulichung des ottonischen Herrschertums deuten.59 Mit der Lanze könnte die Heilige Lanze gemeint sein, der unter den Reichsinsignien ein besonderer Rang zukam und die speziell für Kaiser Heinrich II. eine grosse Bedeutung hatte, da sie zum burgundischen Erbe gehörte.60

Über Jahrhunderte diente die Altartafel als zentrales Ausstattungsstück der Basler Bischofskirche, wo sie an den sieben hohen Feiertagen von der Sakristei zum Hochaltar getragen wurde.61 Ob die 177 x 120 x 13 cm messende Altartafel zu Zeiten Heinrichs tatsächlich vor dem Altar in der Basler Bischofskirche Aufstellung fand oder als Aufsatz auf ihm präsentiert wurde, bleibt offen. Denn im Münster hat sich weder der originale Hochaltar aus dem frühen 11. Jahrhundert erhalten, noch lassen die Fundamente Aussagen über die Ausmasse des ottonischen Altartisches zu.62 Seit frühchristlicher Zeit stand der Priester beim Hochgebet vor dem Altar nach Osten gewandt.63 Wie aus einem um 1500 entstandenen Aufstellungsplan für die höchste Stufe der Feierlichkeit hervorgeht, stand die tabula magna aurea in dieser Zeit auf dem Altartisch und vor ihr wurden die Monstranzen und Reliquiare des Münsterschatzes platziert.64 Bei einem Gewicht von schätzungsweise fünfzig Kilogramm war es sicherlich ein rechter Kraftakt, die Tafel, die aus etwa fünfeinhalb Kilogramm getriebenem Goldblech, drei gerahmten Eichenholzbrettern und einer wachsartigen Füllmasse besteht, auf den Altartisch zu heben.65 Die an beiden Schmalseiten befindlichen je zwei Löcher dienten dazu, das monumentale Werk mit Hilfe von vier Stöcken anzuheben und zu tragen. Zudem war dafür eine Halterung aus Stangen an der Rückwand des Altartisches notwendig, um die monumentale Tafel auf dem Altar zu fixieren.

Nachdem die Goldene Altartafel wohl über fünfhundert Jahre im Münsterchor bei hohen Feierlichkeiten als strahlender Blickfang einen Eindruck des göttlichen Lichtes (durch den Lettner hindurch) erahnen liess, wurde sie nach der Reformation 1529 in die Sakristei eingeschlossen. Erst rund dreihundert Jahre später kam sie im Zuge der Kantonstrennung von Basel-Stadt und Basel-Landschaft wieder an die Öffentlichkeit. 1836 wurde sie vom Landkanton versteigert und 1854 vom Musée de Cluny in Paris erworben.66 1944 versuchte Hermann Göring Ansprüche auf das Antependium geltend zu machen und im Tauschhandel nach Berlin zu bringen – ohne Erfolg.67 Zweimal kehrte die Goldene Altartafel seither im Rahmen von Ausstellungen des Historischen Museums an den Rhein zurück: 1956 und 2019.68

Der heilige Kaiser als Bistums- und Stadtpatron

Trotz mehrerer Schenkungen an das Hochstift war Kaiser Heinrich II. in Basel nach seinem Tod anscheinend kein Gegenstand kontinuierlicher Erinnerungspflege: Es gab keine von ihm oder für ihn gestiftete Messen, die sein Andenken wachhielten, und Heinrich war in Basel auch keine Gebetsverbrüderung mit dem Basler Domkapitel eingegangen, um sich wie in anderen Bistümern Präsenz über den Tod hinaus zu sichern.79 Zwar erinnerte man im Basler Münster alljährlich am 11. Oktober an die Kirchweihe von 1019, doch spielte an diesem Fest die Erinnerung an den 1146 heiliggesprochenen Kaiser noch im Spätmittelalter keine Rolle.80 Zudem gibt es in Basel um 1200, als der Heinrichskult nicht nur in Bamberg, dem Ort der Grablege, sondern auch an mehreren anderen Orten im Heiligen Römischen Reich fassbar ist,81 keinerlei Anzeichen für eine besondere Hinwendung zum einstigen Wohltäter. So erscheint in einem 1202 datierten Wandbild im Chorumgang des Münsters nicht etwa Kaiser Heinrich in der Rolle des Erbauers des frühromanischen Münsters, sondern – historisch korrekt – Bischof Adalbero II.82 Und im ungefähr gleichzeitig entstandenen ‹Lob der rheinischen Städte› werden für Basel die hier verwahrte Heiligblut-Reliquie und ein Partikel vom Kreuz Christi besonders hervorgehoben, jedoch ohne Hinweis auf den heiligen Kaiser, der gemäss einer in der Bischofschronik des Münsterkaplans Nicolaus Gerung genannt Blauenstein († 1478) überlieferten Notiz diese beiden sogenannten Herrenreliquien zusammen mit anderen Heiligtümern dem Münster zur Weihe von 1019 geschenkt hat.83

Früheste Zeugnisse für die Verehrung Heinrichs II. und seiner 1200 ebenfalls kanonisierten Gemahlin Kunigunde in Basel sind zwei um 1280/1285 entstandene Statuen der beiden am Hauptportal des Münsters.84 Vermutlich fand damals der Kaiserpaarkult auch Eingang in die Liturgie der Bischofskirche.85 Jüngst wurde die bemerkenswerte These aufgestellt, dass die Verehrung des ottonischen Herrscherpaars in Basel vom damaligen König Rudolf von Habsburg veranlasst worden sei. Mehrere Argumente und Indizien legen dies nahe, etwa die Verbundenheit des Habsburgers und seiner Gattin Anna mit der Stadt Basel und dem Münster, seine Verwandtschaft mit Kunigunde oder die auffallende Ähnlichkeit der Kunigundenstatue mit der Liegefigur Annas auf deren Grabmal im Münsterchor.86 Gut zwei Generationen später wurde der Heinrichskult in Basel deutlich aufgewertet: Am 28. Juni 1347 erklärte Bischof Johann II. Senn von Münsingen in einem bischöflichen Erlass den Gedenktag für Heinrich II., den 13. Juli, im ganzen Bistum zum hohen Kirchenfest. Im gleichen Jahr erwirkte eine auch vom Domkapitel und von der Bürgerschaft mitgetragene Gesandtschaft vom Domkapitel in Bamberg die Übergabe von Reliquien des heiligen Kaiserpaars.87 Die Gründe, die Bischof Johann II. zur besonderen Förderung des Heinrichskults bewogen, sind nicht restlos geklärt. Früher sah man darin einen Akt der Krisenbewältigung, nachdem 1346 der avignonesische Papst wegen Parteinahme eines Teils der Basler Bürgerschaft für Kaiser Ludwig den Bayern den Kirchenbann über die Stadt verhängt hatte.88 Diese Erklärung ist jedoch keinesfalls zwingend, denn Basel war mehrfach mit dem päpstlichen Bann belegt, zwischen 1335 und 1345 gar während eines ganzen Jahrzehnts.89 Es handelte sich dabei also nicht um eine verheerende Ausnahmesituation. Der Basler Bischof betrieb den Erwerb der Kaiserpaarreliquien vermutlich auch nicht im Hinblick auf einen geplanten Umbau des Münsters, da er nach der Reliquientranslation keine Ablässe zugunsten des Münsterbaus verkündete und erst nach den Zerstörungen durch das Erdbeben von 1356 grössere Baumassnahmen veranlasste. Am wahrscheinlichsten ist es daher, dass der vom Papst unterstützte und vom Basler Bischof anerkannte Gegenkönig Karl von Böhmen, der Ende 1347 nach dem Tod Ludwigs des Bayern und nach der Aufhebung des päpstlichen Banns über Basel der Weihnachtsmesse im Basler Münster beiwohnte, den Anstoss zur Ausweitung der Kaiserpaarverehrung gab. Der spätere Kaiser Karl IV., ein Urenkel Rudolfs von Habsburg, stammte nämlich wie die Kaiserin Kunigunde aus dem Haus Luxemburg und fühlte sich dem heiligen Kaiserpaar offensichtlich besonders verbunden. So war die Hauptkirche der 1348 von Karl gegründeten Prager Neustadt Heinrich und Kunigunde geweiht, und die von Karl initiierte Frauenkirche in Nürnberg wurde an prominenter Stelle mit Statuen der beiden Heiligen versehen.90

Für einen Teil der aus Bamberg bezogenen Reliquien liess das Basler Domkapitel die sogenannte Kaiserpaarmonstranz anfertigen.91 Die den Turmhelm des Reliquiars begleitenden Figuren sind mit jenen Attributen versehen, die für alle nachfolgenden Darstellungen der beiden Heiligen im Basler Bistum massgeblich wurden:92 Heinrich erscheint wie bereits am Münsterportal mit Szepter und Kirchenmodell und wird damit als Stifter oder zumindest als Förderer des Münsterbaus vorgeführt – eine Rolle, die ihm damals auch die teilweise von Bamberg übernommenen liturgischen Texte zuwiesen.93 Kunigunde hält in den Händen ein Kreuz, während sie beim Münsterportal ursprünglich ohne spezifisches Attribut dargestellt war. Erst 1883 wurde diese Statue mit einem Kreuz versehen. In der Folge wurde Heinrich auf zahlreichen Bildzeugnissen neben der Hauptpatronin Maria und dem legendären ersten Basler Bischof Pantalus als Bistumsheiliger vorgeführt, wobei an die Stelle des Pantalus vereinzelt auch Kunigunde trat.94 Das Basler Münster, in dessen Kreuzgang dem heiligen Kaiser seit 1348 ein Altar geweiht war, blieb dabei das Kultzentrum, was sich in zahllosen Darstellungen niederschlug.95

Im 15. Jahrhundert lassen sich erste Ansätze einer kommunalen Aneignung des bischöflichen Schutzheiligen erkennen. Die frühesten Belege dafür bilden zwischen 1425 und 1433 von der Stadt geprägte Plapparte (Silberwährung), die auf der Rückseite das Brustbild des heiligen Heinrich zeigen.96 1501 legte der Rat die Beschwörung des ‹ewigen› Bundes mit der Eidgenossenschaft auf den Heinrichstag und stellte damit das neue Bündnis unter den Schutz des heiligen Kaisers.97 Seither trat dieser in der kommunalen Bildrepräsentation regelmässig gemeinsam mit der Muttergottes in Erscheinung. Vor allem auf heraldischen Glasgemälden werden die beiden Stadtpatrone wiederholt als Beschützer des Basler Wappenschilds und damit der städtischen Kommune vorgeführt.98 Überdies finden sich Statuen der Madonna und des heiligen Kaisers, ergänzt durch eine Figur der Kunigunde, am Uhrgehäuse des 1504–1514 neu gebauten Basler Rathauses.99 Sämtliche kommunalen Darstellungen Heinrichs entsprechen der Kaiserpaarikonografie, wie sie sich im Einflussbereich der Basler Kirche herausgebildet hatte: So trägt der letzte Ottonenherrscher auch im städtisch-bürgerlichen Kontext neben den Herrscherinsignien stets ein Kirchenmodell.

Heinrich II. blieb in Basel aber nur für kurze Zeit Patron der Stadtgemeinde. Mit der Ausbreitung der von Luther begründeten neuen Glaubenslehre nahmen immer weitere Kreise an der Heiligenverehrung Anstoss. So erklärte am 28. Mai 1527 der Kleine Rat 24 kirchliche Feiertage, darunter auch das Heinrichsfest, im gesamten Basler Herrschaftsgebiet für abgeschafft.100 Nach dem zwei Jahre später erfolgten vollständigen Durchbruch der Reformation kamen die sogenannten Heinrichsgaben und die Reliquien des heiligen Kaiserpaars in der Schatzkammer des Münsters in die Obhut der Basler Obrigkeit, die sie fortan der öffentlichen Zurschaustellung entzog.101

Das Bedürfnis nach Kontinuität, bei dem es letztlich um die Wahrung von Besitzansprüchen namentlich in katholisch gebliebenen Gebieten ging,102 war dafür verantwortlich, dass zahlreiche gemalte und plastische Darstellungen Heinrichs II. auch nach der Reformation unbehelligt blieben. Der Basler Rat liess sogar noch 1579 und 1609 auf zwei für katholische Adressaten bestimmten Standesscheiben die einstigen Stadtpatrone Maria und Heinrich als Schildbegleiter auftreten.103 Zu dieser Zeit hatte jedoch die Bildformel ‹Kaiser Heinrich mit Zepter und Münstermodell› ihre frühere Funktion als identitäts- und gemeinschaftsstiftendes Symbol bereits eingebüsst. Überhaupt dürfte bei der Basler Bürgerschaft die Erinnerung an den früheren Stadtpatron mit dem Wegfallen des liturgischen Gedenkens schon früh verblasst sein. Erst die Versteigerung der ‹Heinrichsgaben› nach der Kantonstrennung von 1833 rückte Heinrich II. wieder ins öffentliche Bewusstsein.104 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erinnerte sich auch die nationalpatriotische Geschichtsschreibung an die Beschwörung des Basler Bundes mit den Eidgenossen am Heinrichstag, wodurch der Stadtheilige zum Symbol der immerwährenden Verbundenheit Basels mit der übrigen Schweiz wurde.105 Diese Neupositionierung des einstigen Stadt- und Münsterpatrons war massgeblich dafür verantwortlich, dass Heinrich II. bis ins 21. Jahrhundert wiederholt Gegenstand öffentlichen Gedenkens wurde.106 So kam die Regierungspräsidentin Barbara Schneider am 13. Juli 2001 anlässlich des Festakts zum 500-Jahr-Jubiläum von Basels Beitritt in die Eidgenossenschaft auch auf den heiligen Kaiser zu sprechen. Fünf Jahre später trat am gleichen Datum die neue Kantonsverfassung in Kraft, verbunden wiederum mit einer öffentlichen Feier im Münster.107 Seit 2021 feiert dort die Evangelisch-reformierte Kirche den Heinrichstag in Form eines ökumenischen Abendgebets, zu dem auch die Regierung eingeladen ist.

Ein erster Gang durch das wachsende Basel

Sichere Funde aus der Zeit vor 900 waren bis vor Kurzem kaum bekannt. Der Spalenberg-Friedhof ist der wohl wichtigste Neufund. Hinzu kommt die oben erwähnte Brandankapelle, und auch St. Peter reicht deutlich in die Zeit vor 1000 zurück. Das Spannungsfeld zwischen einer frühestmöglichen Datierung der Sakralbauten und den bisher bekannten Streufunden des 10. Jahrhunderts bleibt bis zu glücklichen Neufunden bestehen. Zumindest nach 800 darf hier eine lockere Bebauung angenommen werden, die sich nach 900 wohl spürbar verdichtet hat. – Vor der Jahrtausendwende erstreckte sich die Siedlung von der Schifflände zum Spalenberg, ein geologisch vorgegebener Taleinschnitt, der die Steilheit des Talhangs bricht und einen natürlichen Verkehrsweg ermöglicht. Auch die Weiterführung dieser Achse ist topografisch vorgegeben: Sie folgt einer in der Spalenvorstadt und der Missionsstrasse sichtbaren Geländekante (272-Meter-Höhenlinie). Diese Kante und der Spalenberg bestimmten später die Grenze zwischen den Kirchgemeinden von St. Peter und St. Leonhard.

Mit der Talstadt entsteht auch das Gassensystem. Eine Hauptachse verläuft in gewissem Abstand zum Birsig in Richtung Spalenberg (Stadthaus-/Schneidergasse). Davon ausgehend führt das Totengässlein in geschwungenem Verlauf, um die Steigung zu brechen, zur Bestattungskirche St. Peter. In diesem Bereich der ‹unteren Talstadt› liegen denn auch − ausdünnend bis zum Nadelberg hinauf − Fundstellen des 10. Jahrhunderts, während auf der anderen Talseite nur wenig bekannt ist (vgl. Karte auf S. 83). Die Nennung von Gassen und Häusern setzt erst im 13. Jahrhundert ein, zu spät, um daraus Rückschlüsse auf die früheren Gassen und Viertel zu ziehen.138 Das Birsigtal zwischen Rüdengasse und Barfüsserplatz bezeichnen wir als ‹obere Talstadt›; hier liegen kaum frühe Funde/Befunde vor. Dieses Gebiet war vor 1100 wohl noch weitestgehend ungenutzt und wurde erst allmählich überbaut. Allerdings sind in jüngster Zeit bei Arbeiten in der oberen Freien Strasse neue Funde und Befunde zum Vorschein gekommen, ebenfalls in der Rüdengasse und im untersten Bereich der Freien Strasse.139 Im Bereich Schifflände/Fischmarkt in Richtung Spalenberg sind Siedlungshinweise vorhanden. In den Randgebieten des Münsterhügels wurden zwei Bestattungen aus dem 7./8. Jahrhundert gefunden. Wie beim Spalenberggräberfeld weist dies auf den Stadtrand hin.140 Die grossen Bereiche der Talstadt und der Talhänge unterhalb von St. Leonhard und dem Heuberg sind im 10. Jahrhundert weiterhin mehr oder weniger siedlungsleer. Spätestens in dieser Zeit wird auch der Birsig kanalisiert. Dies geschieht zuerst mit hölzernen Pfählen und Flechtwerk, ab 1200 mit Steinmauern.141

Anmerkungen

  1. Zur damaligen Situation Schneidmüller 2019.
  2. HS I/1, S. 168−169.
  3. Weinfurter 2002a. Fried 2008, S. 13.
  4. Dendorfer 2019a. Dendorfer 2019b.
  5. Nowak; Rüdiger 2019a. Nowak; Rüdiger 2019b.
  6. Zotz 2019. Heinrich II. weilte fünf Mal in Basel: 1006, 1016, 1018, 1019, 1023 (Zotz 1997, S. 385).
  7. Lohse 2019. Heinrich II. nahm an 15 Kirchweihen teil, vgl. Zotz 1997, S. 377.
  8. Demotz 2008. Rebetez 2002b, S. 45–50. Matzke 2019c. Dendorfer 2019a.
  9. Zum Verschwinden des Königreichs Burgund vgl. Ripart 2019.
  10. MGH SS 11, S. 263: «Basilea civitas sita est in quodam triviali confinio, id est Burgundiae, Alamanniae et Franciae; ipsa vero civitas ad Burgundiam pertinet.» Zur Wichtigkeit Basels für Konrad II. vgl. Wolfram 2000, S. 83–85.
  11. Rück 1963/64, S. 40. Erst 1180 kommt mit Heinrich von Horburg der erste Elsässer auf den Basler Bischofsstuhl.
  12. Zusammenstellung und Kommentar zu den 14C-datierten Bestattungen aus dem Bereich des Basler Münsters in Meier; Schwarz 2013, S. 289–302, Grab 69 und Grab 62.
  13. RI II,4, Nr. 1975b.
  14. BChr 7, S. 112−113. Hess 2004, S. 11−12.
  15. Bernasconi; Meier 2019; zur Diskussion vgl. Geelhaar 2019. Lohse 2019. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019, S. 266−267.
  16. Trouillat 1, Nr. 103, S. 161.
  17. Zink 1974, S. 52. Stöckli 1975, S. 25. Sennhauser 1991, S. 241−242. Baricco 2002.
  18. Bernasconi 2015.
  19. JbAB 2006, S. 126−130 [C. Alder; D. Bargetzi; H. Flück; U. Schön].
  20. Hüglin 2019, S. 92–98.
  21. Brilinger 1517, in Hieronimus 1938, S. 226: «crucem pretiosorem, in qua sanguinis miraculosi reliquiae sunt reconditae». Diese Reliquien wurden später entfernt.
  22. Reinhardt 1973, S. 37–38. Westermann-Angerhausen 2022, S. 225. Kempkens 2022, S. 263–264.
  23. Fabrikbüchlein 1437/38, fol. 42. Lambacher 2019, S. 254 Lambacher 2001, S. 23.
  24. Lambacher 2019, S. 255.
  25. Lambacher 2019, S. 257.
  26. Lambacher 2019.
  27. «Crucem etiam sanctam miro gemmarum scemate, aurique rutilantia fulgurantem addidit: in qua reliquie sacratissimi sanguinis domini nostri Jesu Christi una cum particla ligni crucis dominice sunt recondite.» Breviarium 1438/39, Universitätsbibliothek Basel, AN VIII, 29, fol. 247r. KDM BS 2, S. 359.
  28. Inventare 1477, 1478, 1511 und 1525 (KDM BS 2, S. 360–363). Brilinger 1517, in Hieronymus 1938, S. 174–176.
  29. Brilinger 1517, in Hieronymus 1938, S. 121–124, 194. Berkemeier-Favre 2019, S. 334. Hess 2019b, S. 61, 31, Abb. 10.
  30. Brilinger 1517, in Hieronymus 1938, S. 272–273.
  31. Kreuzfuss: Basler Münsterschatz 2001, S. 91; Vortragestab, ebd., S. 25.
  32. «andechtigklich anbettend … ir stúr oder hilf an den buw geben[d], so dick und vil». Bad. Generallandesarchiv Karlsruhe, Johannes David’s Fabrikbuch des Münsters zu Basel, 66 Ausland/ 34, 279v, 294b oder auch 305v. LaRoche 1888, S. 97. Burkart 2002, S. 197.
  33. «… reliquie sanguinis miraculosi sunt appense». KDM BS 2, S. 46, Anm. 4; S. 5, Abb. 3; S. 46, Anm. 4; S. 5, Abb. 3.
  34. Berkemeier 2001, S. 331.
  35. Dies geht aus dem 1517 verfassten ‹Ceremoniale Basiliensis Episcopatus› des Domkaplans Hieronymus Brilinger (1469 – nach 1535) hervor. Brilinger 1517, in Hieronymus 1938, S. 290–293. Berkemeier 2001, S. 336.
  36. Von Müller 2001, S. 227.
  37. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019, S. 330.
  38. Braun 1924, Bd. 2, S. 87−88. Braun 1934, Bd. 1, S. 441–459. Huppertz-Wild 2016, S. 59.
  39. Suckale-Redlefsen 2002, S. 85. Huppertz-Wild 2016, S. 51, 65, 69, 71−72.
  40. Goldene Altartafel, Bamberg (?), vor 1019, Gold, getrieben; Inschriftentäfelchen: Kupfer, vergoldet, emailliert; Kronen des Kaiserpaars: Silber-Kupfer-Legierung, vergoldet; Nimben: Edel- und Halbedelsteine, darunter antike Gemmen; Glas, Perlen, Silberperlen, Emaille; Kern: Eichenholz; plastische Elemente ehemals mit wachsartiger Füllmasse unterlegt; H. 120 cm, B. 177,5 cm, T. 13 cm, Paris, Musée de Cluny – Musée national du Moyen Âge, Inv. Cl. 2350. Zum Erhaltungszustand vgl. Schröter; Zelinsky; Geffroy 2019.
  41. Wackernagel 1857. KDM BS 2, S. 29–44. Buddensieg 1957. Caillet 1985, Nr. 163, S. 229–237. S. 293–309. Suckale-Redlefsen 2002, S. 85–87. Weinfurter 2002b. Fillitz 2008. Schellewald 2014, S. 39–41. Kempkens 2015. Winterer 2018, S. 94–96. Kempkens 2018. KDM BS 10, S. 277–280. Descatoire 2019 S. 245–247. Schröter; Zelinsky; Geffroy 2019, S. 248–251. Söll-Tauchert 2019. Schneider-Ferber 2022, S. 74–75.
  42. Universitätsbibliothek Basel, AN VIII, 28. BChr 6, S. 246.
  43. Ausführlichere Nennung im Breviarium des Bischof Friedrich zu Rhein (reg. 1437–1451) von 1438/39 und fast gleichlautend im Basler Brevier unter Bischof Arnold von Rotberg (reg. 1451–1458). Universitätsbibliothek Basel, AN VIII 29, fol. 247r. Trouillat 1, Nr. 87, S. 141−142; Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert, S. 268–269.
  44. Fillitz 2008.
  45. Geelhaar 2019, S. 222.
  46. Suckale-Redlefsen 2002, S. 87. Suckale-Redlefsen 2001, S. 297.
  47. Suckale-Redlefsen 1995. Suckale-Redlefsen 2001. Suckale-Redlefsen 2002.
  48. Zum Wandel des Herrschaftszeichens vgl. Schramm 1958.
  49. Huppertz-Wild 2016, S. 57.
  50. Möglicherweise wurden die Kronen des Kaiserpaars in den 1830er-Jahren durch den Basler Goldschmied Jakob Handmann III. instand gesetzt, nachgebildet oder neu geschaffen, Söll-Tauchert 2019, S. 240.
  51. Zur Bedeutung der Benediktverehrung unter Heinrich II. siehe Wollasch 1980, S. 383–407. Winterer 2018.
  52. Übersetzung von Clemens M. M. Bayer (Bonn / Lüttich), dem ich herzlich für seine Hinweise danke; er plant eine Veröffentlichung zu diesen Inschriften mitsamt einer kritischen Untersuchung der Thesen von Haefele 1957 und Huth 2003. Haefele 1957 schlägt folgende Übersetzung vor: «Wer ist wie Gott / ein starker Arzt / ein gesegneter Heiland / Sei gnädig zu den Erdgeborenen, barmherziger Mittler der göttlichen Kraft». Huth 2003 übersetzt den zweiten Teil mit: «Sei gnädig zu den Erdgeborenen, barmherziger Mittler des Seins». Kettler 1992: «Wer ist wie Gott, der Starke, der Arzt, der Retter, der Heilige? Schaue, barmherziger Mittler, in Huld auf die irdischen Wesen».
  53. Drös 1994, S. 417.
  54. Zur Bedeutung des Christus-Medicus-Motivs vgl. beispielsweise Fichtner 1982. Arbesmann 1954, S. 1–18. Zum augustinischen Topos vgl. Arbesmann 1954.
  55. Wackernagel 1857, S. 23. Haefele 1957, 2001, S. 26–28.
  56. Das griechische Wort ‹ousia› taucht auch in Inschriften anderer von Heinrich II. gestifteter Kunstwerke auf (Huth 2003, S. 13–15).
  57. Suckale-Redlefsen 2002, S. 82–87.
  58. Schröter; Zelinsky; Geffroy 2019. Lambacher 2019.
  59. Fillitz 2008, S. 12.
  60. Kirchweger 2005. Fillitz 2006. Fillitz 2008, S. 12. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019, S. 82–83.
  61. Vgl. die Beschreibung im Inventar von 1525 (KDM BS 2, S. 363).
  62. KDM BS 10, S. 230–234.
  63. Zur Geschichte der Liturgie im Westen vgl. Gerhards 2018, S. 101–103. Metzger 2015.
  64. StABS, Bauakten JJ 3, Transkription und zeichnerischer Rekonstruktionsversuch bei KDM BS 2, S. 356–358, Abb. 263. Husband 2001, S. 17, Abb. 6. Söll-Tauchert 2018, S. 144−145. Söll-Tauchert 2019, S. 240−241.
  65. Zur Materialität der Tafel: Schröter; Zelinsky; Geffroy 2019. Die Schätzungen zum Gewicht des Goldes auf dem Antependium gehen auf Martin Sauter, Restaurator für Goldschmiedekunst, Historisches Museum Basel, zurück.
  66. Von Roda 1999, S. 26–36. Cortjaens 2001, S. 305−306. Von Roda 2001. Cortjaens 2002, S. 48–58. Hess 2002, S. 122–127. Schellewald 2014. Söll-Tauchert 2019, S. 242−243. Cardenas 2020.
  67. Dorléac 2010, S. 40–43. Karlsgodt 2022, S. 249–253.
  68. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019.
  69. Allgemein zur Autorität der Herrscherinnen vgl. Fried 2008, S. 27.
  70. Schneidmüller 2004.
  71. Baumgärtner 1997. Matzke 2019a, S. 68.
  72. Dick; Jarnut; Wemhoff 2004.
  73. Baumgärtner 1997.
  74. MGH DD 3, H II, Nr. 497, S. 634.
  75. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019, S. 93.
  76. KDM BS 4, S. 127.
  77. Johannes Knebel, in BChr 2, S. 97.
  78. Zur schrittweisen Liquidierung des Heinrichskults durch den Grossen Rat in Basel vgl. Hess 2002, S. 100–101.
  79. Geelhaar 2019. Zur Aufnahme Heinrichs in verschiedene Domkapitel vgl. Pfaff 1963, S. 67. Weinfurter 1999, S. 155−156.
  80. Hieronimus 1938, S. 236–239. Barth 1958, S. 134–137. Bloesch 1975, S. 419–421.
  81. Pfaff 1963, S. 66–68. Guth 2002, S. 122–127. Siewert 2015. Kempkens 2019.
  82. Sennhauser 1975, S. 92–100. Hess 2004a, S. 13. KDM BS 10, S. 251−252.
  83. Meyer-Hofmann 1973, S. 25. Zur Weihenotiz von 1019 vgl. BChr 7, S. 113. Hess 2004a, S. 11−12. Lohse 2019. Hess 2020.
  84. KDM BS 10, S. 162−163.
  85. Zum früheren liturgischen Gedenken vgl. Pfaff 1963, S. 76.
  86. Schwinn Schürmann 2019. Jakob Mennel, Hofgerichtsschreiber des Kaisers Maximilian I., zählte neben Kunigunde auch Heinrich zu den heiligen Blutsverwandten des Hauses Habsburg, Reinhardt 2002, S. 226, 230. Kovács 1992.
  87. Pfaff 1963, S. 59–75. Hess 2002, S. 84–87. Burkart 2009, S. 310–315. Schuler 2019, S. 311−312.
  88. Pfaff 1963, S. 71−72.
  89. Wackernagel 1907–1924, Bd. 1, S. 250–252.
  90. Lorenc 1982, S. 108 (Prager Neustadt). Bräutigam 1978, S. 341 (Nürnberg). Zudem wurde in der gotischen Chorhalle des Aachener Doms, an deren Bau Karl IV. ebenfalls beteiligt war, der Hauptaltar neben den Aposteln und Karl dem Grossen auch Kaiser Heinrich II. geweiht, Hilger 1978, S. 354−355.
  91. Historisches Museum Basel, Inv.Nr. 1933.158. Vgl. KDM BS 2, S. 117–132. Basler Münsterschatz 2001, S. 46–50. Fehlmann; Matzke; Söll-Tauchert 2019, S. 328−329.
  92. Zur Ikonografie Heinrichs II. vgl. Stückelberg 1904, S. 39–44. Künstle 1926, S. 292–294. Pfaff 1963, S. 87–92.
  93. Pfaff 1963, S. 26–28.
  94. KDM BS 10, S. 59–61.
  95. KDM BS 10.
  96. Schweizer 1969, S. 10−11. Zäch 2017.
  97. Amtliche Sammlung der älteren Eidgenössischen Abschiede, Bd. 3.2, S. 121 (Nr. 58 c).
  98. Hess 2002, S. 95−96.
  99. KDM BS 1, S. 374–380.
  100. Aktensammlung zur Geschichte der Basler Reformation, Bd. 2, S. 493–497 (Nr. 664), insbes. S. 495.
  101. Hess 2002, S. 100–102. Burkart 2009, S. 334. Hess 2018, S. 124–135.
  102. Hess 2004b, S. 336–342.
  103. Standesscheibe von 1579 im Kreuzgang des Klosters Wettingen: Anderes; Hoegger 1989, S. 329 und Abb. auf S. 218; Standesscheibe von 1609 aus der Sammlung des Lord Sudeley, Toddington Castle, 1911 versteigert in München: Lehmann 1911, S. 29, 31.
  104. Von Roda 2001. Hess 2002, S. 122–132.
  105. Hess 2002, S. 132–137.
  106. Hess 2002, S. 138–143.
  107. Hess; Egger 2006.
  108. Matzke 2010, S. 31. Matzke 2011, S. 13–16. Matzke 2015a, S. 90−91 (mit älterer Literatur). Vgl. auch Wielandt 1971, S. 7–9.
  109. Klein 2021, S. 137. Matzke 2015a, S. 90–93, 95.
  110. Matzke 2015a, S. 91.
  111. Klein 2021.
  112. Schärli 1983. Matzke 2010, S. 31. Klein 2021, S. 144.
  113. Matzke 2010, S. 33.
  114. Matzke 2011, S. 18. Matzke 2010, S. 45−46.
  115. Zu den königlichen Denaren des 10. Jahrhunderts Klein 2021, insbes. Tabelle 2, S. 141, 144–149. Vgl. auch Matzke 2015a, S. 95.
  116. Dendorfer 2019a, S. 60–62. Matzke 2020, S. 21.
  117. Vgl. dazu Matzke 2014, S. 136−137 (zu Inv. 2014.232). Matzke 2015a, S. 95 Anm. 21. Klein 2021, 153−154.
  118. Matzke 2010, S. 36−37. Matzke 2011, S. 21
  119. Matzke 2015a, S. 91. Zur Lokalisierung und Entwicklung der Münzstätten in Basel vgl. Matt 2015, S. 54–58.
  120. König Konrad III. bestätigt am 1. Juni 1149 dem Bischof Ortlieb das seit Langem geübte Münzrecht (MGH DD Ko III, Nr. 204, S. 368 ff.). Wielandt 1971, S. 14. Hess 2004, S. 11. Matzke 2019c, S. 98−99.
  121. Matzke 2004, S. 78–81.
  122. Deutlich kommt dies im grossen Fund, datiert um 1050, hervor (Klein 2001. Matzke 2004, S. 70).
  123. Matzke 2015a, S. 95.
  124. Breyvogel 2004, S. 23–26. Matzke 2011, S. 64.
  125. Richter, Jürg; Kunzmann, Ruedi: HMZ – Die Münzen der Schweiz 1, 2011, S. 127. Wielandt 1971, S. 66−67.
  126. Vgl. Matzke 2004, S. 70.
  127. Trouillat 1, S. 323. MGH DD 10/1, F I, Nr. 67, S. 112–114. Matzke 2004, S. 70−71.
  128. Wielandt 1971, S. 71.
  129. Matzke 2015b, S. 116. Auch wenn Basel nicht in einem typischen Verrufungsgebiet liegt (vgl. Hess 2004), so sprechen wechselnde Münzbilder eher für einen zumindest gelegentlichen, wenn nicht gar regelmässigen Wechsel des Umlaufgeldes. Zur Bedeutung der Ikonografie auch Hess 2004, S. 13–14.
  130. Wieland 1971, S. 32. Matzke 2004, S. 72.
  131. Matzke 2015b, S. 120 Anm. 18.
  132. Matzke 2004, S. 72. Matzke 2015b, S. 120−121.
  133. Matzke 2015b, S. 120.
  134. Matzke 2015b, S. 121.
  135. Matzke 2015b, S. 116−117.
  136. Auch im Elsass konnten die Bischöfe von Basel Münzen prägen, vermutlich in Pfirt (Ferrette). Vgl. Matzke 2015b, S. 125.
  137. Matzke 2004. Matzke 2011. Matzke 2015a, S. 92.
  138. Zu den frühen Nennungen vgl. das Historische Grundbuch, StABS, online.
  139. Bernasconi; Savary; Schmidig 2022, S. 126.
  140. JbAB 2022, S. 80–151.
  141. Matt 1981, S. 327.