Der Wüstungskomplex Hard im niederösterreichischen Waldviertel: Beispiel einer Fehlsiedlung in einer schwierigen Region
Über diese Publikation
Die archäologisch erforschte Besiedlungsgeschichte in der Mikroregion Hardwald zeigt drei wesentliche Phasen. Zuerst erfolgte im 12. Jahrhundert eine kleinerer Rodung und die Errichtung eines herrschaftlichen Sitzes, verbunden mit Landwirtschaft zur Eigenversorgung und etwas Eisenverarbeitung, auch für die nähere Umgebung. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde insofern neuen wirtschaftlichen Bedingungen Rechnung getragen, als man nun auf vermehrte Landwirtschaft, besonders Getreidebau, setzte und zu diesem Zweck nach einer umfangreicheren Rodung ein regelhaft angelegtes Dorf nach damals schon entwickelten Massstäben errichtete. Schon hundert Jahre später war man nicht mehr in der Lage, dieses Konzept durchzuhalten und musste dazu übergehen, ein Dorf wie Hard gänzlich aufzugeben. Im Gegenzug wurden Ortschaften mit günstigeren Voraussetzungen vergrößert und ausgebaut.
