Siedlungsfeindlichkeit und Randständigkeit des Alpenraumes im Mittelalter
Über diese Publikation
Der Eindruck einer siedlungsfeindlichen Marginalzone für eine dünne, mobile Bevölkerung und deren Viehherden, den bereits die Gebirgslandschaft an sich erweckt, wird durch die Funde und Befunde von Ausgrabungen in mittelalterlichen Wüstungsplätzen vollauf bestätigt. Man mag sich fragen, worin der Wert aufwendiger archäologischer Untersuchungen auf so ärmlichen Siedlungsplätzen mit dermassen kümmerlichen Kleinfunderwartungen bestehe.
Wer die mittelalterliche Geschichte des Abendlandes ganzheitlich erfassen will, hat nicht nur die Grabungsbefunde von Klöstern, Burgen, Stadtkernen und Dorfsiedlungen in reichen Landstrichen zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch die Forschungsergebnisse von Siedlungsplätzen in grönländischen Fjorden, in der nordrussischen Tundra, in den skandinavischen Urwäldern und auf den hochgelegenen Weiden der Alpen.
