Obwohl es Juden seit 1397 strikt untersagt war, sich in Basel niederzulassen, zählte die Stadt im 16. und frühen 17. Jahrhundert zu den wichtigen Zentren des jiddischen Buchdrucks. Die vorliegende Publikation untersucht, wie es dazu kam und wer die Protagonisten dieses gemeinsamen Stücks Basler und jüdischer Geschichte waren. Die 37 überlieferten Druckwerke werden nach Gattungen geordnet vorgestellt und in den Kontext des gesamteuropäischen jiddischen Buchdrucks der Epoche eingeordnet. Analysiert wird ferner das kommerzielle und soziale Umfeld, in dem die Bücher entstanden und vermarktet wurden, die Welt der aschkenasischen Juden im Zeitalter von Humanismus, Reformation und Renaissance.
Die Untersuchung bildet auf diese Weise nicht nur eine wichtige Ergänzung zur Geschichte des frühen Basler Buchdrucks, sondern vermehrt – angesichts der exemplarischen Bedeutung Basels auf diesem Gebiet – auch unsere Kenntnis des frühneuzeitlichen jiddischen Buchwesens insgesamt. In ähnlicher Weise schliesst sie eine Lücke innerhalb der Erforschung sowohl des regionalen als auch des frühneuzeitlichen Judentums.
Herausgeber, Band 8
Ueli Dill, Martin Steinmann
Autor/innen-Biografie
Clemens P. Sidorko
Clemens P. Sidorko, geb. 1961, studierte Slawische Philologie, Osteuropäische Geschichte und Islamwissenschaft an den Universitäten Basel und Zürich. 1989 Lizentiat in Basel. 2006 wurde er im Fach Osteuropäische Geschichte in Zürich promoviert. Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Muslime in Osteuropa, besonders in Kaukasien, der Geschichte der Beziehungen zwischen Osteuropa und dem Vorderen Orient sowie dem frühen jiddischen Buchdruck.